Im Angesicht des Todes
Die Einsicht in die Endlichkeit des eigenen Lebens prägt das Selbstverständnis des Menschen zumindest in dreierlei Hinsicht. Durch das Wissen um die Endgültigkeit und Unumkehrbarkeit eines verlorenen Lebens tritt Leben als Wert in Erscheinung, zu dem in jedem Handlungsvollzug auf die eine oder andere Weise Stellung bezogen wird. Das Wissen um das permanente und unvermeidliche Verlustrisiko des Lebens eröffnet und beschränkt Sinnhorizonte für Handlungsorientierungen, die Anlass und Motive für konstruktive oder destruktive Strategien der Existenzsicherung bieten. Das Wissen um den Aufschub des Unvermeidlichen, des zwar sterben zu müssen, aber noch nicht (Levinas), eröffnet Sinn- und insbesondere Zeithorizonte für kreative Handlungsorientierungen der Lebensgestaltung. Alle drei Aspekte zwingen, in jedem Handlungsvollzug auch zu fremdem Leben, dem Leben des Anderen Stellung zu beziehen.
Siehe auch:
Der Ursprung des Zeitempfindens im „Noch-nicht“? (Zeitthemen)
Stichworte:
Endlichkeit, Leben und Sterben

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